Trans Alpine Run 2015

Trans Alpine Run 2015

Fast drei Wochen ist der TAR nun her und wir Rabea und Andy von der Laufbasis Allgäu konnten die Ereignisse des TAR 2015 sacken lassen.

Berichte zum TAR 2015 gibt es genügend im Netz, aus dem Grund möchte ich weniger die Strecke beschreiben, sondern wie es uns persönlich ergangen ist.

Mit dabei war diesmal während der ganze Woche unser 1 jähriger Nachwuchs, welcher uns mit einem Grinsen im Gesicht kurz vor jedem Ziel empfangen hat.

Kurz zu den Daten:
268 Kilometer quer über die Alpen, 16 000 Höhenmeter hoch und 14 000 Höhenmeter runter.

8 Etappen – die Schnellsten gewinnen.

Hinweis: Entgegen der ein oder anderen Vorstellung bzgl. des Transalpineruns, ist dies ein Rennen, in dem man versucht die meiste Zeit zu laufen so schnell es eben geht – rauf und auch runter.
Das klappt nicht immer und man muss gut haushalten aber man versucht zu RENNEN. (Mich ärgert es immer mal wieder wenn der ein oder andere mich fragt wie die Bergtour war grrr.)

Wir haben bei der Ostroute einen kleinen Heimvorteil, keine Anreise und kein Stress im Vorfeld. Allerdings verliert das auch ein wenig an Spannung am Vortag.

  1. Tag: OBERSTDORF- LECH/ ARLBERG
    DSC08626-1024Sau heiß… Start Oberstdorf. Vertan mit der Verpflegung, wir dachten die letzte sei an der Fidererpass-Hütte. Wasser reichte gerade so mit Auffüllen an jedem Bach nach Warth.
    Rabea machte das leicht flotte Anfangstempo kombiniert mit der Hitze auf den letzten Km zu schaffen. Leider war auch bei „leicht bergauf“ kein Laufen mehr drin. Tolle Anfeuerung unterwegs!!
    Andy konnte gut verpflegen, Probleme mit neuen Socken. Alte Regel: Keine neuen Socken!! Üble Blase am kleinen Zehen.
    Klasse Unterkunft direkt beim Zielgelände.


  1. Tag: LECH/A – ST. ANTON AM ARLBERG
    24,7 km • Aufstieg: 1899 Hm • Abstieg: 2040 Hm
    DSC09067-1024Genaue Kontrolle des Getränke-Vorrates, 1,5L sind vorgeschrieben, Andy musste aus dem Abfall noch eine leere kleine Flasche mopsen und diese mit Lechwasser füllen, damit er auf die vorgeschriebene Menge Flüssigkeit gekommen ist.
    Diese Etappe lief für uns bis 2/3 sehr gut. Beim letzten Anstieg musste Rabea dem höheren Anfangstempo Tribut zollen. Rabea: „ Ich bin komplett leer, nerv mich nicht…“


  2. Tag: ST. ANTON AM ARLBERG/A – LANDECK/A
    39,9 km • Aufstieg: 2019 Hm • Abstieg: 2494 Hm
    DSC08899-1024Die anfänglichen Bedenken wegen der längeren flachen Strecke nach dem Abstieg ins Ziel sollten sich zerstreuen. Die Etappe verlief harmonisch und ausgeglichen.
    Das Anfangstempo war gefühlt in der Schlange und auch während des ersten Downhills langsam für Andy. Trotz Quengelei blieb Rabea bei ihrem Tempo und das zahlte sich am Ende aus.
    Eine schöne Etappe für beide.


  3. Tag: LANDECK/A – SAMNAUN/CH
    45,7 km • Aufstieg: 2861 Hm • Abstieg: 1829 Hm
    DSC09831-1024Anfänglich wiederum eine gute Etappe. Kurz vor dem letzten Anstieg klagte Rabea über Energie-Probleme und selbst bei unserer Disziplin im Downhill mussten wir teilweise anhalten. Gegen Ende konnte sich Rabea wieder erholen.
    Allerdings waren wir auch froh, diese lange Distanz bei der 4. Etappe hinter uns gebracht zu haben.


  4. Tag: Bergsprint SAMNAUN/ CH
    6,23 km • Aufstieg: 731 Hm • Abstieg: 60 Hm
    DSC00280-1024Zu Beginn verlief die Strecke leicht bergab und so konnte man ein hohes Anfangstempo laufen. Leider war dies für Rabea ein Problem und nach ca. 1,5Km mussten wir kurz anhalten, um ein Hyperventilieren zu vermeiden und den Kreislauf wieder zu beruhigen.
    Mit feuchten Augen wegen ihres Aussetzers machten wir uns wieder auf den Weg, dem steilen Abschnitt des Bergsprints entgegen.
    Vor lauter Zorn, drehte Rabea ab diesem Zeitpunkt richtig auf, ich hatte Mühe über den matschig schmierigen Weg überhaupt dran zu bleiben. So konnten wir die verlorene Zeit aufholen und für uns auch noch eine gute Platzierung raus-holen.


  5. Tag: Samnaun/A – Scuol/CH
    37,1 km • Aufstieg: 2064 Hm • Abstieg: 2698 Hm
    DSC09172-1024Insgeheim war mein Wunsch, einmal eine Etappe zu laufen, indem alles gut geht und wir beide einen guten Lauf haben. Eigentlich hatten wir noch nicht zu viel in den Voretappen investiert, dass dieser Wunsch unmöglich wäre.
    Anfangs schien das auch zu klappen. Allerdings schlug bei mir kurz vor dem letzten Anstieg das bekannte Problem mit dem Magen voll ein. Der Magen fühlte sich an wie eine Bowlingkugel und schlägt und schmerzt bei jedem Schritt.
    Das Bergablaufen klappte eher suboptimal. Rabea war topfit. Rabea: „Och ich fühle mich als würde ich heute den ersten Tag laufen….“- na super dachte ich so bei mir.


  6. Tag: Scuol/CH – St. Valentin an der Haide/I
    37,8 km • Aufstieg 1633 Hm • Abstieg: 1369 Hm
    DSC06974-1024Das Problem mit dem Magen hatte sich über Nacht leider nicht aufgelöst. Von Anfang an war diese Etappe eine Quälerei und der Fokus konnte eher selten von diesem Problem abgelenkt werden.
    Rabea ginge es super. Etwas verärgert war sie aber dann doch, als ich 800 Meter vor dem Ziel noch in der Busch musste. Naja was muss das muss.
    Ich bin nicht der Einzige mit dem Magenproblem. Es gibt einige Theorien, woran das liegen kann. Für mich war es das 4.mal während eines Transalpineruns wo dies auftrat.
    Ich tippe auf eine Art Gastritis.
    Am Abend hatte ich es mit Pantozol probiert und mir vfel ein, dass ich 2014 während des Wettkampfes Pantozol zur Vorbeugung genommen hatte. In diesem Jahr traten keinerlei Beschwerden auf.


  7. Tag: St. Valentin an der Haide/I – Sulden am Ortler/I
    42,6 km • Aufstieg: 2381 Hm • Abstieg: 1934 Hm
    DSC07929-1024-1024Wegen Schneefall in den höheren Lagen wurde die Strecke etwas verändert. Die meisten Teilnehmer waren froh darüber.
    Mein einziger Gedanke war: „hoffentlich hält der Magen“.
    Und tatsächlich verlief das „ewige“ Flachstück bist zum ersten Anstieg (fast 30Km) relativ ok. Das Magenproblem war noch nicht ganz weg, aber auszuhalten.
    Mittlerweile ließ nun bei uns beiden die Kraft nach. Auch die Motivation, bergauf zu laufen hielt sich in Grenzen.
    Wir wussten zwar, dass wir nur ein oder zwei Minuten auf den 8ten Platz hatten, aber das war uns so was von wurscht.
    Am Ende wollten wir mit Levi ins Ziel laufen, dass war unser Antrieb.
    Und genau das haben wir dann auch gemacht.Glücklich und erschöpft hatten wir den Tar 2015 hinter uns gebracht.
    Rabea zum 4ten mal Andy zum 6ten mal.Unsere Schweizer Kollegen konnten mit 28sec. Vorsprung ihren Platz 8 halten.

Merker: Gut Verpflegen von Anfang an!!; Bei Problemen mit der Magenschleimhaut könnte Pantozol Abhilfe schaffen; Nach Möglichkeit mehr Training; Rabea möchte 2016 nicht teilnehmen :-(;

Fazit: Wir sind froh ohne größere Probleme durchgekommen zu sein. Es waren wieder tolle Menschen unterwegs. Wahnsinns Landschaften in der wir leben und laufen dürfen!Wer uns bei Facebook ein wenig beobachten möchte >> Facebook
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Vielen Dank an Raphael Wohlfarter und seiner Familie für die Bilder